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Venedig im Schnee

Venedig im Schnee
Foto: Frank Neumann

OZ 30.09.2023 Thorsten Czarkowski
Komödie mit überraschenden Wendungen
Das Stück „Venedig im Schnee“ hatte Premiere in der Bühne 602
STADTHAFEN. Zwei Paare treffen unverhofft aufeinander: Auf der einen Seite Natalie (Lydia Wilke) und Jean- Luc (Marcus Möller), auf der anderen Seite Patricia (Angela Schlabinger) und Christophe (Peer Roggendorf). Die Vier verbringen einen Abend zusammen, doch der Gesprächsfaden ist dünn: Jean-Luc und Christophe haben früher mal zusammen studiert, viel mehr gibt’s eigentlich nicht zu erzählen. Patricia verweigert sich komplett. Kein Wort kommt zunächst über ihre Lippen, eigentlich will sie jeden Moment wieder gehen, sehr zum Ärger ihres Freundes Christophe. Natalie und Jean-Luc sind eher irritiert, dass Patricia die ganze Zeit schweigt. In diesem Moment entwickelt sich ein großes Missverständnis – Natalie und Jean-Luc halten die schweigende Patricia für eine Ausländerin. Das führt zu einer Reihe von Verwicklungen. Denn tatsächlich greift Patricia diese Rolle auf und radebrecht in einer schnell erfundenen südost- europäischen Sprache. Ihr Freund Christophe schaut dem Treiben fassungslos zu, traut sich aber nicht, das Missverständnis aufzudecken. Die ausgedachte Geschichte nimmt immer groteskere Formen an. Diese Situation ist nicht nur komisch, sie zeigt auch die Überheblichkeit der westlichen Industriegesellschaft, wie in Frankreich, wo das Stück spielt. Es gibt noch ein paar mehr überraschende Wendungen, sodass schließlich auch die Beziehung von Natalie und Jean-Luc auf den Prüfstand kommt. Patricia, die rasch in ihre osteuropäische Rolle reingefunden hat, bekommt am meisten Spaß am immer absurder werdenden Treiben. Und die Spannung, ob der große Schwindel nun auffliegt oder nicht, trägt bis zum Ende des Stücks. Eine Glaskugel, die Venedig im Schneegestöber zeigt, spielt schließlich eine wichtige Rolle. „Venedig im
Schnee“ ist ein Stoff des französischen Autors Gilles Dyrek, für die Bühne 602 wurde er inszeniert von Angelika Zacek. Lydia Wilke, Angela Schlabinger, Marcus Möller und Peer Roggendorf spielen gemeinsam auf den Punkt, sie steigern die Absurdität der Situationen immer weiter, Überraschungen inklusive. Autor Gilles Dyrek hat die Oberflächlichkeit in unseren Sozialbeziehungen komödiantisch auf die Spitze getrieben, die Spannung und der Spaß bleiben im Vordergrund.

nächste Vorstellungen: ab September in der neuen Spielzeit wieder!

Die Strategie der Schmetterlinge

Bild 9

Foto: Reiner Niklas

Carlos ist tot. Seine Geliebte, die schwangere Adriane, erwartet in einer einsam gelegenen Hütte im Tigre Delta dessen Ehefrau Eve. Noch nie haben sich die beiden Auge in Auge gegenüber gestanden. Die brennende Frage steht im Raum: nahm Carlos sich das Leben oder war es Mord? Zwischen den ungleichen Rivalinnen entwickelt sich ein spannendes Duell, oft undurchschaubar, welche Absichten verfolgt werden. Es ist bis zum Ende nicht abzusehen, wie es ausgehen wird.

am 6.4.2024 Ernst Barlach Theater Güstrow!!!

https://www.youtube.com/watch?v=o6VNWUCscq0